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PA in einem Plasmaspendezentrum

Thorsten Fischer, Physician Assisant, B.Sc.
Deutsche Gesellschaft für Humanplasma mbH, Zentrum Krefeld

Gerne möchte ich etwas über meinen Werdegang und meine Tätigkeit als PA in einem Plasmaspendezentrum berichten. Zum einem soll er anderen Mut machen ein solches Studium zu absolvieren, zum anderen soll es einen kleinen Einblick in diesen doch eher seltenen Aufgabenbereich eines PA geben. 
Nach meiner Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger und der Fachweiterbildung zum Anaesthesie- und Intensivpfleger habe ich mich entschlossen, auch die betriebswirtschaftliche Seite im Gesundheitswesen kennen zu lernen. Ich absolvierte nebenbei ein Studium zum Gesundheits- und Sozialökonom (VWA). Nach fast 14 jähriger Tätigkeit im selben Krankenhaus entschloss ich mich zu wechseln und wurde Leiter eines Plasmaspendezentrums. Für mich völliges Neuland. Hier konnte ich neben „Bürotätigkeiten“ aber auch immer noch praktisch mitwirken, z.B. bei den Punktionen helfen oder vorbereitende Massnahmen durchführen, die dem Arzt die Beurteilung zur Spendetauglichkeit bei den Plasmaspendern vereinfachten. Dabei wurde mir sehr schnell klar, dass auch hier der alt bekannte Mangel an Ärzten zu verzeichnen war und die Ärzte oft an ihre Belastungsgrenzen gestoßen sind. Durch Zufall bin ich auf das Studienangebot der Mathias Hochschule in Rheine gestoßen, die dort den Studiengang Physician Assistant B.sc. angeboten haben. Mit allen Informationen, die ich bis dato sammeln konnte, bin ich zu meiner Geschäftsführung und medizinischen Direktion gegangen und habe auf das enorme Potenzial hingewiesen, welches dieser Physician Assistant für unser Unternehmen haben könnte. Die Geschäftsführung und die med. Direktion willigten mit großer Begeisterung ein und somit wurde ich nach kurzer Zeit Student an der Mathias Hochschule in Rheine. Nun ist das Studium vorbei und ich darf als PA tätig sein. Hierfür gibt es eine klare Stellenbeschreibung und ein rechtliches Gutachten, welche delegierten, ärztlichen Tätigkeiten ich übernehmen darf. Dies musste sein, weil unter anderem diese Tätigkeit bei unserer zuständigen Bezirksregierung angezeigt werden musste.

Mein jetziges Tätigkeitsfeld ist sehr umfassend und beinhaltet u.a.:

Spenderaufklärung über Plasmapherese:

  • aus Plasma gewonnene Arzneimittel

  • Ablauf der Spende, mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen, Verhalten vor, während und nach der Spende

  • Infektionskrankheiten

  • Begriffserklärungen (Ausschluss, Rückstellung, vertraulicher Selbstausschluss)

    Spenderuntersuchung mit:

  • Erhebung der Anamnese, Durchführung von Eignungs- und Tauglichkeitsuntersuchungen bei Spendern und Spendewilligen, Beurteilung der Untersuchungsergebnisse

  • Kenntnisnahme von Spenderselbstausschlüssen, sowie Informationsweitergabe an den Arzt und evtl. die Sachkundige Person

  • Aufklärung und Betreuung der Spendewilligen und Spender bei pathologischen Befunden

    Überwachung der Plasmapherese:

  • Spenderbetreuung

  • Entscheidung über Spendeabbruch oder Spendefortführung bei grenzwertigen Laborwerten oder bei Auftreten von Komplikationen 

    Behandlung von Komplikationen oder Spenderreaktionen/Erste Hilfe:

  • Erkennung von Komplikationen und Spenderreaktionen

  • Durchführung der Notfalltherapie, Entscheidung zur Verständigung des Notarztes oder Weiterleiten des Spenders in fachärztliche Betreuung. 

  • Kontrolle des Erste Hilfe-Zubehörs

    Laboruntersuchungen:

  • Beurteilung der Laborergebnisse 

  • Kontrolle der Einhaltung der von den Hämotherapie-Richtlinien vorgeschriebenen Laboruntersuchungen 

    Dokumentation (System/Tagesakte):

  • Überwachung und Dokumentation von spenderbezogenen Daten

  • Dokumentation von Spenderzulassungen, Rückstellungen und Ausschlüssen

  • Dokumentation von Untersuchungen und deren Ergebnissen

  • Dokumentation von Spenderreaktionen und durchgeführten Notfallmaßnahmen

    Diese delegierten Tätigkeiten sind für viele wahrscheinlich Neuland, aber ein sehr interessantes und flexibles Aufgabengebiet. Über jede Tätigkeit, die ich ausführe muss zum Schluss der anwesende Arzt informiert werden, um ggf. weitere Entscheidungen zu treffen. Mir macht die Arbeit sehr viel Spass und auch meine ärztlichen Kollegen und Kolleginnen sind sehr froh einen PA an ihrer Seite zu haben, der sie bei der Arbeit unterstützt und zugleich als Bindeglied zwischen nichtärztlichen und ärztlichen Mitarbeitern fungiert.